Schiffsfonds: Jetzt Krisengewinner kaufen?

Schiffsfonds zählen zu den geschlossenen Fonds. Anlegern ist es mit dieser Form der Geldanlage möglich, an einer Schifffahrtsgesellschaft teilzuhaben, und über diese eine Schiffsbeteiligung einzugehen. Der Fonds dient dem Zweck, ein oder mehrere Schiffe zu kaufen bzw. zu bauen.

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Beteiligung an einer Schifffahrtsgesellschaft

Während des Platzierungszeitraumes können Kapitalanleger Anteile an einem Schiffsfonds erwerben. Ist die vorgesehene Eigenkapitalquote erreicht, wird der Fonds geschlossen, und weitere Platzierungen sind nicht mehr möglich. Die Beteiligung der Kapitalanleger erfolgt in der Regel in Form von Kommanditisten an einer GmbH & Co. KG. In der Regel werden für den Bau oder Kauf eines Schiffes zwischen 30 bis 40 Prozent an Eigenkapital eingebracht – der restliche Investitionsbedarf wird über ein Schiffs-Hypothekendarlehen bei einer Bank gedeckt.

Über die laufenden Chartereinnahmen wird der Kredit inklusive Zinsen zurückgeführt, bis das Schiff der Schifffahrtsgesellschaft, und damit auch denjenigen gehört, die das Kapital in den Schiffsfonds eingebracht haben. Jeweils im Verhältnis zu der Größe der Anteil werden die Ausschüttungen aus den Betriebsüberschüssen an die einzelnen Teilhaber vorgenommen. Endet die Laufzeit des Schiffsfonds, so wird das Schiff verkauft- und die Erlöse werden wiederum gemäß Anteilsgröße an die Anteilseigner ausbezahlt.

Langer Anlagehorizont bei Schiffsfonds: Vertragsdetails genau prüfen

Der Anlagezeitraum erstreckt sich bei Schiffsfonds in der Regel über 10 bis 25 Jahre. In dieser Zeit trägt der Investor die Chancen und Risiken der Anlage. Ein Anspruch auf Kapitalverzinsung besteht bei Schiffsfonds nicht. Attraktive Renditen sind ebenso möglich wie ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die meisten Verträge regeln, dass Fonds-Anteilseigner keinen Einfluss auf die unternehmerischen Entscheidungen ausüben können.

Einen Schiffsfonds kann unterdessen jeder auflegen – bestimmte gesetzliche Vorgaben bestehen diesbezüglich nicht. Insofern ist es umso wichtiger, die Details der Geldanlage genau zu prüfen. Beteiligungsansprüche und Rechte der Anleger sind im Gesellschaftsvertrag festgehalten. Darüber hinaus gibt es einen Emissionsprospekt, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft wird und als verbindlich gilt.

Risiken von Schiffsfonds

Das Risiko von Schiffsfonds ist verhältnismäßig hoch. Deshalb sollte stets nur ein geringer Anteil des Anlageportfolios über einen Schiffsfonds abgedeckt werden. Generell sollten nur Gelder investiert werden, auf welche man notfalls auch verzichten kann. Unter Umständen ist es sogar möglich, dass die Anleger in die Haftung treten – beispielsweise dann, wenn aus dem Schiffsfonds Rückzahlungen des Kapitals erfolgen, und dabei die Haftungssumme unterschritten wird. Dann haftet der Anleger möglicherweise im Falle einer Insolvenz von Dritten. Eine möglichst niedrige Haftungssumme ist bei Schiffsfonds deshalb zu empfehlen.

Schiffsfonds in der Kritik: für Kleinanleger ungeeignet?

Mit dem im Schiffsfonds gesammelten Geld wird, wie der Name vermuten lässt, der Bau oder Kauf von Schiffen, meist Containerschiffe und Frachter, finanziert. Allerdings nicht komplett, in den meisten Fällen werden so nur 40% des notwendigen Kapitals beschafft. Der Rest wird durch Kredite realisiert.

Im Gegenzug erhalten Sie als Fondskäufer jährliche Gewinnausschüttungen aus den erwirtschafteten Umsätzen und Geld bei der Auszahlung des Fonds. Allerdings werden Sie so auch zum Miteigentümer und tragen damit das volle unternehmerische Risiko. Dies führte in der Vergangenheit unter anderem dazu, dass Anleger Nachschusszahlungen leisten oder sogar Ausschüttungen zurückzahlen mussten.

Lange Laufzeiten und das Risiko des Totalverlusts

Schiffsfonds zählen zu den geschlossenen Fonds. Das bedeutet, dass nachdem der Emittent das notwendige Kapital beisammenhat, dieser den Fonds schließt. Dadurch können keine weiteren Fondsanteile gekauft werden.

Dadurch ist Ihnen aber auch ein vorzeitiger Ausstieg bzw. ein Verkauf der Anteile kaum möglich. Bei Laufzeiten von 12 bis 15 Jahren oder sogar noch länger, schränkt das die Liquidität Ihrer Geldanlage erheblich ein. Die in den Prospekten der Schiffsfonds angegebenen Zahlen sind allerdings als Prognosen zu verstehen und können daher von der tatsächlichen Laufzeit abweichen.

Und auch ein Totalverlust ist möglich. Dies passiert dann, wenn die Schiffe wegen einer Insolvenz zwangsweise verkauft werden müssen. Als Anleger des Schiffsfonds bekämen Sie von dem Erlös allerdings kaum einen Cent, da zunächst die Banken ihr Geld erhalten. Und auch die Wahrscheinlichkeit, mit der dieses Ereignis eintrifft, ist leider gar nicht so gering, denn die Konkurrenz bei Transportaufträgen ist groß. So groß, dass das Angebot die Nachfrage mehr als befriedigt. Zudem sind stabile oder stetig steigende Einnahmen über mehrere Jahre in der Schiffsbranche mehr als ungewöhnlich.

Studie belegt katastrophale Entwicklung

Die Analysten der Deutschen Fondsresearch (DFR) haben in einer Studie (Stand 11/2013) 893 Schiffsfonds der letzten Jahre untersucht und kamen zu einem niederschmetternden Ergebnis. So mussten seit Beginn der Krise bereits 271 Fonds mit insgesamt 353 Schiffen verkauft werden. Dies entspricht dem Verlust von 3,9 Mrd. Euro Anlagekapital.

Und auch ein Blick auf die übrigen 622 Schiffsfonds kann die bisher nicht betroffenen Anleger kaum beruhigen. Denn gerade einmal 20% davon sind weder in einer Sanierung noch sind sie gefährdet oder sogar schon in der Insolvenz.

Schiffsfonds Zahlen Studie Zukunftsfähigkeit

Schuld daran ist laut den Experten das Überangebot an Schiffen. Dieses führte dazu, dass schon zum Zeitpunkt der Studie 30% der Schiffe nicht kostendeckend fuhren.