Wie funktionieren Rentenfonds?

Bei Rentenfonds wird das Geld der Anleger überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Die Wertpapiere können dabei sowohl von in- als auch von ausländischen Emittenten stammen und unterschiedliche Laufzeiten aufweisen.

Rentenfonds im Vergleich

Mit der Bezeichnung „Renten“ sind festverzinsliche Wertpapiere gemeint – mit dem allgemeinen Begriff „Rente“ (im Sinne der Rentenversicherung) hat diese Art von Fonds nichts gemein.

Rentenfonds sind sichere Wertpapiere

Rentenfonds gelten als relativ sichere Geldanlage. Wie sicher sie sind, hängt allerdings in hohem Maße von den einzelnen Positionen des Fonds ab. Am sichersten sind wohl Staatsanleihen vom Deutschen Staat und anderen „stabilen“ europäischen Ländern. Etwas weniger sicher sind Rentenfonds, die Ihr Geld in Pfandbriefe (Anleihen von Banken) anlegen. Gefolgt von Fonds, die in Unternehmensanleihen investieren. Wenn Ihnen Sicherheit wichtiger als die Rendite ist, sollten Sie daher auf Rentenfonds Euro setzen.

TIPP! – Kontrollieren Sie die einzelnen Positionen Ihres Fonds. Manche mischen risikoreichere Anleihen bei, die Sie vielleicht gar nicht wollen.

Rentenfonds: Auch Aktieninvestments möglich

Auch wenn der Großteil des Kapitals der Anleger in festverzinslichen Wertpapieren angelegt wird, so kann es je nach Vertragsbedingungen auch sein, dass ein Teil des Geldes artfremd investiert werden darf. Dann kann auch in einem Rentenfonds beispielsweise ein kleiner Anteil an Aktien enthalten sein.

Arten von festverzinslichen Wertpapieren

Bei festverzinslichen Wertpapieren, in die ein Rentenfonds investiert, handelt es sich überwiegend um:

  • Deutsche Wertpapiere des Staates (Bundesanleihen und Bundesobligationen)
  • Deutsche Wertpapiere der Länder und Kommunen (Länderanleihen und Kommunalobligationen)
  • Deutsche Wertpapiere von Unternehmen (Unternehmensanleihen)
  • Inhaberschuldverschreibungen und Pfandbriefe

In welche verzinslichen Wertpapiere das Geld der Anleger eingebracht wird, ist jeweils in den Vertragsbedingungen des Rentenfonds festgehalten. Dort ist genau beschrieben, welcher Anlageschwerpunkt dem Rentenfonds zu Grund liegt und in welche Produkte der Fonds-Manager investieren kann.

Beliebte Rentenfonds

ZZ1 der Semper Constantia ist einer der beliebtesten Rentenfonds mit einem Fondsvolumen von 1,36 Milliarden Euro. Da der Fokus bei diesem Fonds auf Entwicklungs- und Schwellenländern liegt, müssen Anleger bereit sein, ein höheres Risiko zu tragen, werden aber auf lange Sicht mit einer höheren Rendite belohnt.

Verschiedene Risikoklassen bei Rentenfonds

Neben der Art der verzinslichen Wertpapiere werden Rentenfonds auch nach ihrem Risiko unterschieden. Es gibt Rentenfonds, die überwiegend oder ausschließlich in Anleihen mit höchster Bonität investieren, während bei anderen Rentenfonds auch Anleihen mit niedriger Sicherheits-Einstufung in Anspruch genommen werden können.

Die Auswahl an Rentenfonds ist groß. Auch wenn diese Art der Fonds mit einem gewissen Risiko einhergehen – sie sind weitaus weniger riskant als andere Fondsarten, wie etwa Aktienfonds. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist bei Rentenfonds nicht zu erwarten, da der Fall mehr als unwahrscheinlich ist, dass alle zu Grund liegenden Wertpapiere zur gleichen Zeit wertlos werden.

Anleger müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass auch bei Rentenfonds ein – wenn auch geringfügiges – Verlustrisiko besteht. Auch die den Rentenfonds zu Grunde liegenden Wertpapiere unterliegen Schwankungen – und damit schwankt auch der Wert des Fonds. Je länger der Rentenfonds gehalten wird, umso mehr nimmt jedoch das Verlustrisiko für den Anleger ab. Bei mittel- bis langfristigem Anlagehorizont ist das Einbuße-Risiko der Fondssparer so gut wie nicht mehr vorhanden. Dennoch besteht auch bei den vergleichsweise sicheren Rentenfonds keine Rendite-Garantie oder eine Ablauf-Garantie.

Für kurzfristige Anlagen sind Rentenfonds eher ungeeignet. Nicht nur deshalb, weil es in dieser Zeit zu nicht ausgleichbaren Schwankungen kommen kann, sondern auch, weil beim Kauf der Fondsanteile Gebühren anfallen. Der Ausgabeaufschlag, der beim Fondskauf erhoben wird, muss sich durch die Kapitalerträge erst wieder amortisieren, bevor Gewinne eingefahren werden können.

Kosten von Rentenfonds variieren stark

Bevor Sie sich für oder gegen Rentenfonds entscheiden, sollten Sie einen Blick auf die Kosten werfen. Diese liegen meistens unter denen von Aktienfonds. Sie müssen aber zwischen aktiv gemanagten Fonds und Renten-ETF unterscheiden.

Die aktiv gemanagten Investmentfonds verursachen jedes Jahr Verwaltungskosten in Höhe von 0,53 bis 1% der Anlagesumme und einmalige Kosten in Form eines Ausgabeaufschlags von 2,5 bis 3%.

Renten-ETF sind da schon etwas günstiger. Weil sie quasi automatisch und ohne Fondsmanager funktionieren, belaufen sich die jährlichen Verwaltungskosten oft auf weniger als 0,2%. Die einmaligen Kosten, hier Spread genannt, liegen gerade einmal bei 0,04 bis 0,3%. Sie sind die Differenz zwischen dem An- und Verkaufspreis.