Was sind Hedgefonds?

Bei Hedgefonds handelt es sich um Fonds, die in Wertpapiere unterschiedlicher Anlagebereiche investieren. Im Vergleich zu anderen Investmentfonds besitzen Hedgefonds mehr Freiheit bei der Wahl der Anlagestrategie: Sie bieten dem Anleger die Möglichkeit, sowohl in Aktien als auch in Renten, Options- oder Futuregeschäfte zu investieren.

hedgefonds kurz erklärt

Hedgefonds unterliegen keinen bestimmten Anlagerichtlinien und können damit sämtliche Formen der Kapitalanlage nutzen.

Für wen lohnen sich Hedgefonds?

Diese Art von Fonds eignet sich für Anleger, die ihr Kapital streuen wollen und damit ein ausgeglichenes Verhältnis von Risiko und Ertrag in ihrem Portfolio erreichen möchten. Hedgefonds haben es sich zur Aufgabe gemacht, auch unabhängig von den Wertschwankungen an der Börse eine konstante und nachhaltig positive Rendite zu erzielen. Gerade in Zeiten, in denen negative Entwicklungen oder Stagnation an der Börse zu verzeichnen sind, erfreuen sich Hedgefonds aufgrund ihrer Möglichkeit, trotzdem Gewinne zu erwirtschaften, großer Beliebtheit. Die Korrelation zu Aktienmärkten ist gering, und Hedgefonds eignen sich deshalb gut dazu, um das Anlageportfolio zu diversifizieren.

Unterschiedliche Anlagestrategien von Hedgefonds

Grundsätzlich unterscheidet man bei Hedgefonds zwischen fünf unterschiedlichen Anlagestrategien:

  • Equity Long-/Short
  • Relative Value
  • Event Driven
  • Managed Futures
  • Global Macro

Die Strategie Equity Long-/Short gehört zu den häufig angewandten Hedgefonds-Strategien. Hier werden Wertpapiere gekauft, sofern eine positive Wertentwicklung anzunehmen ist. Wird hingegen eine negative Kursentwicklung prognostiziert, so finden Leerverkäufe statt. Long- oder Shortpositionen können nicht nur in Aktien, sondern auch in Anleihen, Devisen oder Rohstoffen erfolgen.

Die Relative Value Strategie zielt hingegen darauf ab, bestimmte Marktrisiken zu begrenzen. Dabei werden Preisunterschiede zwischen gleichartigen oder ähnlichen Anlagen genutzt. So kann ein Fondsmanager beispielsweise an einer US-Börse Wertpapiere kaufen, um sie nur wenige Augenblicke später zu einem höheren Kurs an einer deutschen Börse wieder zu veräußern.

Unter der Event Driven Strategie versteht man das Spekulieren auf starke Kursschwankungen, die in Folge von anstehenden Unternehmensereignissen wie etwa Übernahmen, Restrukturierungen, Fusionen oder Spin-offs zu erwarten sind.

Strategie abhängig von Anlageprofil

Welche Hedge-Fonds-Strategie die richtige ist, hängt vom jeweils individuellen Anlageprofil und der eigenen Risikoneigung ab. Es gibt Single-Hedgefonds, die lediglich eine einzige Strategie verfolgen, während Dach-Hedgefonds in verschiedene Hedgefonds mit unterschiedlichen Anlagestrategien investieren.

Ziel der Hedgefonds ist es grundsätzlich, möglichst viele Chancen wahrzunehmen, die die unterschiedlichen Märkte und Finanzprodukte bieten.

Hedgefonds als alternative Anlage interessant?

Hedgefonds investieren grundsätzlich in alle denkbaren Anlagebereiche und sind nicht wie andere offene Fonds hinsichtlich der Assetklasse (wie beispielsweise Aktien oder Rentenpapiere) gebunden. Dem Anleger ermöglicht dies eine höhere Chance auf moderate Renditen als bei reinen, assetgebundenen Anlagen. Das Fondsmanagement von Hedgefonds kann frei über die zur Verfügung stehenden Mittel verfügen und in die jeweils präferierte Anlageform investieren. Es besteht eine geringe Abhängigkeit zu bestimmten Kursentwicklungen – verliert z.B. der Aktienanleger aufgrund einer Börsenbaisse Kapital, kann ein Hedgefonds durchaus hohe Zuwachsraten erzielen, weil er z.B. in andere Underlyings investiert hat oder aber gar auf fallende Kurse gesetzt hat (mittels Termingeschäften / Leerverkäufen).

Die sog. Long/Short-Strategie ist dabei eine von 5 möglichen Haupt-Hedgefondsstrategien, die – je nach Fondsausprägung – auch kombiniert angewandt werden können. Die Basisinformation über diese möglichen Strategien, die genaue Analyse des jeweiligen in Frage kommenden Hedgefonds, sowie einige grundsätzliche Basisinformationen über die Funktionsweise der Kapitalmärkte sind Voraussetzung zum Verstehen und damit zur Beurteilung von verschiedenen Hedgefonds. Je nach Risikoneigung des Anlegers können so einige Hedgefondskandidaten durchaus interessant sein, um das individuelle Risikoprofil im Gesamtportfolio zu diversifizieren und damit ein insgesamt breiter gestreutes Anlagerisiko zu erreichen. Zu beachten ist, dass zur Vermeidung von höheren Verlustrisiken der Hedgefondsanteil in einem Portfolio begrenzt sein sollte, viele Experten empfehlen hier nicht mehr als 5 bis 10 Prozent des gesamten Anlagevermögens zu investieren.