Flugzeugfonds: So funktionieren sie!

Geschlossene Flugzeugfonds stellen de facto ein Beteiligungsangebot an einem Leasingfonds dar. Der Anteilszeichner wird im unternehmerischen Sinne am Erwerb und der anschließenden Vermietung eines (ggf. auch mehrerer) Passagier- oder Frachtflugzeug(e) beteiligt.

Flugzeugfonds Vergleich

Hierbei gelten in der Regel mittlere bis langfristige Zeiträume zwischen 10 und 20 Jahren als Anlagehorizont. Der Grund für solche Leasingmodelle besteht in der Möglichkeit für die Airlines, mit einem solchen Modell den für einen Kauf eines Neuflugzeugs erforderlichen Kapitalaufwand zu umgehen – statt dessen werden die Leasingraten an die Beteiligungsgesellschaft entrichtet, die das Flugzeug erwirbt und an die Fluggesellschaft vermietet.

Die Risiken technischer Störungen oder auch die Instandhaltungs- resp. Wartungskosten trägt dabei normalerweise der Leasingnehmer – also die Airline. Die Leasingverträge mit den Fluggesellschaften sind dabei meist auf einen langfristigen Zeitraum (z.B. 10 Jahre) fixiert, sehr oft mit mehreren Verlängerungsmöglichkeiten. Am Ende steht dann die Veräußerung des gebrauchten Flugzeuges zu Marktkonditionen – je nach Zustand und Benutzungsdauer.

Die Fondsgesellschaften arbeiten dabei mit mehrstufigen Sicherheitskonzepten: Neben einer gutachterlichen Bekundung über die möglichen, realistischen Verkaufserlöse wird der Leasingnehmer vertraglich dazu verpflichtet, das Fluggerät in einem bestimmten Zustand („full-life condition“ oder „half-life condition“) zurückzugeben oder einen entsprechenden Ausgleich zu zahlen. Die Einrechnung von Sicherheitspuffern auf mehreren Ebenen zählt ebenfalls zu den typischen Merkmalen eines gut durchdachten Fondskonzeptes für Flugzeuge.

Wie entsteht die Rendite bei Flugzeugfonds?

Die Rendite entsteht in der Hauptsache durch die Erträge der Leasingraten, die nach und nach den Kaufpreis des Fluggerätes übersteigen. Viele Fonds halten darüber hinaus einen gewissen Anteil an Kapitalreserven, die zusätzlich Zinserträge generieren. Mit dem Verkauf des Flugzeuges am Laufzeitende erhält der Anleger dann den Löwenanteil seines Kapitals zurück – die Zahlungen während der Laufzeit und die Schlusszahlung aus dem Verkauf können dabei insgesamt eine Rendite von 6 bis 13 Prozent p.a. ergeben. Die Erträge sind dabei relativ sicher, da meist sehr langfristige Leasingverträge bestehen und eventuelle Risiken (wie z.B. technische Ausfälle) abgesichert sind. Stark in Mode gekommen sind besonders neue Flugzeugmodelle wie der Airbus A 380, die aufgrund Ihrer sehr hohen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zu den Rennern unter den gewünschten Fluggeräten gehören und daher auch von namhaften Airlines zu attraktiven Konditionen geleast werden. Vorsicht ist geboten bei „alten“ Flugzeugmodellen – hier sind die Renditen bei Weitem nicht so attraktiv.

Die steuerliche Behandlung von Flugzeugfonds

Grundsätzlich handelt es sich bei Erträgen aus geschlossenen Flugzeugfonds um Erträge aus Vermietung und Verpachtung, jedoch können je nach Fondskonzept auch Einkünfte aus Kapitalvermögen entstehen. Je nach Zielland müssen dabei ggf. Doppelbesteuerungsabkommen berücksichtigt werden. Der Verkaufserlös am Ende der Laufzeit ist durch eine Haltedauer von in der Regel über 10 Jahren nach heutigem Stand steuerfrei. Bei Auszahlungen in den Anfangsjahren handelt es sich steuerlich gesehen um Entnahmen von Liquiditätsüberschüssen, die daher keiner Steuerpflicht unterliegen. In den Anfangsjahren ist daher von einer sehr geringen steuerlichen Belastung auszugehen. Bei bestimmten Fondskonzeptionen besteht auch die Möglichkeit, dass ein Teil der Erträge als Einkünfte aus Gewerbebetrieb behandelt wird – in jedem Fall sollte der Anleger die steuerlichen Grundlagen aus dem ausführlichen Verkaufsprospekt genauestens studieren.

Vorteile und Chancen von geschlossenen Flugzeugfonds

Flugzeugfonds bieten attraktive Renditechancen bei vergleichsweise hoher Sicherheit. Das Marktumfeld für geleaste Flugzeuge – insbesondere von neueren Modellvarianten – ist außerordentlich günstig: Der Markt weist stetige, jährliche Zuwächse auf und der weltweite Bedarf an leistungsfähigen und energieeffizienten Fluggeräten wird aller Voraussicht nach weiter zunehmen. Steigende Passagierzahlen, höhere Frachtaufkommen und die Notwendigkeit, vorhandene Slots effizienter zu nutzen, bewegen die Airlines zu immer weiteren Schritten.

Die Investition ist zudem sachwertuntermauert, d.h. der Wert des Flugzeugs steht als Sicherheit hinter dem investierten Kapital, zudem ist dieser Wert vergleichsweise unabhängig von Kapitalmarkteinflüssen oder Einflüssen von der Inflationsseite. Selbst im schlimmsten Fall – der Insolvenz einer oder mehrerer der beteiligten Gesellschaften, steht immer noch ein Sachwert für die Verwertung zur Verfügung. Die Leasingverträge sollten langjährige Bindungen – am besten mit renommierten Partnern – aufweisen. Diese Bindung sichert die Haupteinnahmequelle – die Leasingraten – für viele Jahre ab, was insbesondere für Flagcarrier gilt (also die größten Airlines eines Landes, welche oft mit staatlicher Beteiligung ausgestattet sind). Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Risikoübernahme für technische Schwierigkeiten oder Ausfälle durch den Leasingnehmer – dies grenzt Flugzeugfonds besonders zu Schiffs- oder Immobilienfonds deutlich ab und bedeutet ein vermindertes Anlagerisiko.

Grundlagen der Ertragskalkulation

Die Erträge werden in der Hauptsache durch die Leasingraten des Leasingnehmers generiert – hinzu kommt natürlich noch der Verkaufserlös nach Ablauf der geplanten Leasinggesamtdauer. Sofern die Anschlussleasingraten nach der Erstvertragslaufzeit konservativ kalkuliert sind und eine Verlängerung mit dem Erstleasingnehmer bzw. mit einem adäquaten Anschlussleasingnehmer gefunden werden kann, ist die prognostizierte Ertragssituation erzielbar – der Anleger ist also gut beraten, sich über das Fondskonzept und die vorgesehenen Ertragskalkulationen genauestens zu informieren. Sofern diese realistisch sind und es sich um entsprechend attraktives Flugzeugmodell handelt, sollten die angepeilten Ertragsziele auch erreicht werden. Die Erträge sind zudem steuerlich vorteilhaft: So wird der Verkauf (sofern 10 Jahre Haltedauer eingehalten wurden) steuerfrei gestellt.

Zukunftsaussichten sind positiv für Flugzeugfonds

Der Flugzeugmarkt ist ein Markt mit positiven Zukunftsaussichten: In den kommenden ca. 25 Jahren wird von Experten ein Wachstum des Luftverkehrs von über 5 Prozent p.a. erwartet. Zunehmende Globalisierung und Urbanisierung, die bereits auf Schwellenländer wie China und Indien übergegriffen hat, bedingen die Notwendigkeit eines weiteren, infrastrukturellen Ausbaus zu Gunsten des Luftverkehrs. In 2030 wird die Zahl der Flug-Megacities (Städte mit mehr als 10.000 Langstreckenpassagieren je Tag) etwa doppelt so hoch sein wie 2012. Die Zahl der Starts und Landungen auf vorhandenen Flughäfen soll jedoch soweit wie möglich begrenzt werden (Stichworte: Anwohnerschutz, Energieeinsparung) – diese Vorgaben machen die Entwicklung von umweltfreundlicheren und moderneren Fluggeräten notwendig. Die Flottenplaner der renommierten Fluggesellschaften müssen dabei immer effektivere Planvorgaben erfüllen, die mit Beibehaltung der „alten“ Flotte nach einigen Jahren nicht mehr zu erfüllen sind.

Risiken von Flugzeugfonds

Wie bei allen geschlossenen Fonds gelten zunächst einmal die allgemeinen Risiken, welche mit einer unternehmerischen Beteiligung einhergehen. Diese bestehen hauptsächlich im Verlust des eingesetzten Kapitals bei extrem ungünstiger wirtschaftlicher Entwicklung oder bei Eintritt nicht abgesicherter Ereignisse. Je nach Fondsauslegung, Gesellschaftsform und Mittelherkunft (z.B. bei einer Fremdfinanzierung durch den Anleger) können darüber hinaus weitere finanzielle Schäden auf Anlegerseite entstehen.

Die speziellen Risiken bei Flugzeugfonds liegen insbesondere beim Anschlussleasing und beim Verkauf des Flugzeugs. Zwar ist die primäre Leasingzeit fast immer fixiert, nicht immer lassen sich jedoch geeignete Partner finden, die bereit sind, ein gebrauchtes Flugzeug zu kaufen oder zu leasen. Ein möglichst modernes Flugzeugmodell erhöht die Chancen auf einen entsprechenden Anschlussvertrag beträchtlich. Denkbar ist auch die Zahlungsunfähigkeit des Leasingnehmers, was faktisch zum Ausfall der Einnahmen führt.

Das Flugzeug kann dann zwar noch veräußert werden, aber es entstehen keine Mehreinnahmen aufgrund der Vermietung mehr. Bei ausländischen Vertragspartnern können neben Währungsrisiken auch weitergehende Haftungsrisiken bestehen, da viele rechtliche Regelungen in anderen Ländern unterschiedlich zu beispielsweise deutschen Bestimmungen sind. Ganz allgemein besteht auch ein Rückschlagrisiko im Luftverkehrsmarkt – so können z.B. bestimmte Ereignisse wie Terroranschläge oder Naturkatastrophen einschneidende Wirkung auf den weltweiten Bedarf an Flugzeugen haben.

Flugzeugfonds Vergleich: So geht’s

Beim Vergleich von verschiedenen Angeboten über Beteiligungen an geschlossenen Flugzeugfonds darf natürlich nicht nur auf die prognostizierte Rendite geachtet werden. Die Aussagekraft dieser Planrechnungen ist begrenzt, da Ereignisse eintreten können, die eine angestrebte Rendite merklich beeinflussen können. Wichtig ist daher insbesondere die Reputation und Bonität der Vertragspartner, das Know-how der Fondsgesellschaft selbst (sind bereits mehrere Vorgängerfonds erfolgreich am Markt platziert worden?) und das geschäftliche Umfeld der geplanten Investition. Wie ist die Akzeptanz, Auslastung und generell die geschäftliche Lage des Leasingnehmers? Oft testen unabhängige Ratingagenturen die Fondsgesellschaften und deren Konzepte – eine solche hilfreiche Lektüre dient in jedem Fall der Entscheidungsfindung. Einen genauen Blick sollte der Investor auch auf die Kostenseite werfen: Welche Kosten wurden im Zusammenhang mit der Kapitalanlage prognostiziert? Stehen ggf. Kostenrisiken an, die nicht abgesichert wurden? Flugzeugfonds unterscheiden sich auch in Laufzeit, Mindestanlagesumme, Agio und Art der Investition – ein genaues Studium des Verkaufsprospektes ist daher Pflicht, bevor ein Engagement eingegangen wird.

Flugzeugsfonds vergleichen- Wie kann das Risiko minimiert werden?

Unternehmerische Beteiligungen bergen ein gewisses Grundrisiko, welches nicht umgangen werden kann. Jedoch können die Relationen zwischen Mittelverwendung und möglicher Rendite je nach Fondsausrichtung variieren. Gerade bei Flugzeugfonds sollten Betriebsrisiken über den Leasingnehmer abgesichert werden, so dass eventuelle Probleme von dieser Seite nicht zu Renditeeinbußen führen. Anleger sollten immer die möglichen Verpflichtungen zu Haftungsleistungen prüfen – besteht eine über die Zeichnungssumme plus Agio hinausgehende Haftungsverpflichtung? Dies birgt ein extrem hohes Risiko. Qualitätsmerkmale wie Kostenrisiko, Veräußerbarkeitsgutachten oder bestehende Leasingverträge sichern einen wichtigen Teil des investierten Kapitals ab.

Eine gute Möglichkeit ist ferner, auf den Anteil der Fremdfinanzierung (z.B. durch Banken) bzw. auf die bereits platzierten Umfänge des Fonds zu achten: Sind die entsprechenden Zahlen moderat, vertrauen bereits viele andere Kapitalgeber dem Projekt, was immer ein gutes Zeichen ist. Der Anleger muss sich auch bereits vor Beitritt zu einem Flugzeugfonds mit dem aktuellen Projektstand vertraut machen: Ist das Fluggerät bereits gebaut und ausgeliefert? Stehen von dieser Seite ggf. Risiken an? Verzögert sich z.B. die Auslieferung, kann die geplante Kosten- und Ertragsrechnung komplett hinfällig werden.

Flugzeugfonds Vergleich – Diese Kriterien beachten

Eine Investition in geschlossene Flugzeugfonds ist relativ sicher und birgt aufgrund des Marktumfeldes attraktive Renditechancen. Zu beachten ist die langjährige Laufzeit (in der Regel zwischen 10 und 20 Jahren), was jedoch im Vergleich zu manchen anderen Fondsarten noch moderat ist. Erst im Laufe der Jahre erhält der Anleger teilweise sein investiertes Kapital zurück – am Ende schließlich steht der Verkaufserlös. Wer ein entsprechend hohes Kapital für eine solche Bindungszeit nicht benötigt und sein vorhandenes Investmentportfolio diversifizieren möchte, ist mit einem qualitativ hochwertigen Flugzeugfonds gut beraten.

Es sollte darauf geachtet werden, welches Fluggerät an welche Leasingnehmer in welchem Land und zu welchem Zweck vermietet werden sollen. Der geschäftliche Erfolg des Projektes ist unmittelbar an die Investitionsrendite geknüpft. Steuerliche Gegebenheiten können je nach individueller Lage und Zielland des Fonds zu unterschiedlichen Steuerbelastungen führen – hier sollte vorab eine Prüfung mit dem Steuerberater erfolgen. Eine Fremdfinanzierung auf Seiten des Anlegers für ein solches Fondsinvestment birgt generell sehr hohe Risiken – denn entwickelt sich die Ertragssituation nicht erwartungsgemäß, muss der Kredit trotzdem mit Zinsen zurückgezahlt werden, was letztendlich zu einer persönlichen finanziellen Schieflage führen kann.