ETF – Indexfonds: Kapitalanlage leicht gemacht?

ETF ist die Kurzform für Exchange Traded Funds, zu Deutsch börsengehandelte Fonds. Da sie die Entwicklung von Indizes nachahmen, werden sie auch Indexfonds genannt.

Indexfunds ETF Geld anlegen

ETFs imitieren Index-Entwicklungen

ETFs bilden die Indizes bestimmter Aktienmärkte nach. Dabei wird zwischen physischen und synthetischen ETF unterschieden.

Physische ETF investieren in dieselben Unternehmen und zum Teil in derselben Gewichtung des Index, dessen Entwicklung sie nachbilden wollen.

Synthetische ETF funktionieren ein wenig anders. Sie bestehen zum Teil oder ganz nicht aus originalen Wertpapieren des Index. Dies liegt zum einen daran, dass nicht in jedem Fall Anteile gekauft werden können und zum anderen, dass sich diese ETFs günstiger herstellen lassen. Gleichzeitig sind sie jedoch noch risikoreicher als physischen ETF, denn sie funktionieren über Swaps. Swaps sind finanzielle Tauschgeschäfte, bei denen der Fondsgeber (Emittent) mit einer Bank die Wertentwicklung seines Portfolios gegen die des Index tauscht. Steigt nun der Index zum Beispiel um 5% der ETF aber nur um 3%, zahlt die Bank die Differenz. Bei umgedrehter Entwicklung zahlt der Fondsgeber.

Vorteile von ETF

Ein ETF muss nicht durch einen Manager verwaltet werden. Dies hat zum einen Kostenvorteile und eliminiert außerdem das Risiko von Fehlentscheidungen durch das Fondsmanagement. Außerdem bieten sie ein hohes Maß an Transparenz, da der Bestand der Wertpapiere am Ende jeden Börsentages veröffentlicht wird. Im Gegensatz dazu werden aktiv gemanagte Fonds häufig nur jedes halbe Jahr veröffentlicht.

ETF sind außerdem vergleichsweise günstig, was auf die geringeren Kauf- und Verwaltungsgebühren zurückzuführen ist. So liegen die jährlichen Verwaltungsgebühren gerade einmal zwischen 0,15 und 0,50 Prozent und der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf eines ETF weg.

Da ETFs so liquide sind wie die Aktien, aus denen sie sich zusammensetzen, ist ein Ein- und Ausstieg zu jedem Zeitpunkt möglich, da sie diese an der Börse gehandelt werden.

TIPP! – Indexfonds bzw. ETF sind bei Beratern nicht gern gesehen, da sie für den Vertrieb keine Provisionen bekommen. Fragen Sie deshalb bei Beratungsgesprächen explizit danach oder ordern Sie diese selbst, wenn Sie ein Online-Depot haben.

Nachteile eines ETF

Dadurch, dass sich Indexfonds, wie der Name schon sagt, an Indizes orientieren, schneiden sie im Ergebnis kaum schlechter ab als diese, aber auch nicht besser. Wie bei allen Aktienfonds bestehen auch hier Markt- und Kursrisiken. Also die regelmäßigen Kurschwankungen und die Gefahr, dass unerwartete Ereignisse wie beispielsweise Naturkatastrophen oder politische Unruhen, die Entwicklung der Aktien beeinflussen. Außerdem müssen Sie bei nicht in Euro dotierten ETF mit einem Wechselkursrisiko kalkulieren.

Was kosten ETFs?

Wie bereits erwähnt, müssen Sie beim Kauf der ETF nicht mit einem Ausgabeaufschlag rechnen. Dafür zahlen Sie aber einen sogenannten Spread. Das ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Weiterhin fallen Kosten für die Wertpapierorder und die Nutzung der Börse an. Und da der Kauf und Verkauf ausschließlich über Broker läuft, müssen Sie diesen auch bezahlen.

Entwicklungen wichtiger Indizes

Bekannt und bedeutsam ist neben dem Dax und dem Dow Jones noch der MSCI World Index. Dieser Index wird von der Firma Morgan Stanley Capital International (kurz MSCI) erstellt und spiegelt die Wertentwicklung der Aktien von über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern wieder und wird häufig als Vergleichsindex genutzt.