Geldanlage in Containerfonds sinnvoll?

Die Beteiligung an Containerfonds kann auf zwei Arten erfolgen: Meist beteiligt sich der Anleger in Form eines Kommanditisten an einer Gesellschaft, die entsprechende Container erwirbt und diese weitervermietet. Am Ende werden die Container dann veräußert. Einige Fondskonzepte beteiligen den Anleger jedoch auch direkt an einer vorher festgelegten Zahl von Containern, die dann zu festen Konditionen weitervermietet werden.

Rendite Containerfonds

In jedem Fall ergeben sich die Renditen aus den laufenden Mieteinnahmen sowie ggf. aus dem Veräußerungsgewinn am Laufzeitende. Die Nachfrage nach Containern ist ungebrochen groß, was in der Folge zu einer aus Mietpreis und Verkaufserlös generierten Renditeerwartung von mindestens 6 Prozent p.a. nach Steuern über die Laufzeit führt.

Je nach Risikoprofil (z.B. bei Fremdwährungseinflüssen) kann dies am Ende auch erheblich mehr oder weniger sein – das genaue Studium des Emissionsprospektes sowie die Risikoanalyse sind deshalb zwingend notwendig.

Die Besteuerung von Containerfonds

Die Beteiligung an Containerfonds stellt ein Investment in einen Gewerbebetrieb dar und die Einkünfte sind daher beim Anleger entsprechend zu versteuern. Einfluss auf die Steuerhöhe hat auch, in welchem Land das primäre Besteuerungsrecht liegt und ob hier Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland existieren. Entscheidend dafür ist die Betriebsstätte des Containers. Frachtcontainer können generell mit linear 10 Prozent p.a. über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben werden, daher müssen nur Einnahmen aus der Vermietung mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, welche über dieser Abschreibung liegen. Ein Verkaufserlös nach dem Ende der Laufzeit muss in der Regel nicht versteuert werden. Für eine genaue und auf die individuelle Situation zutreffende steuerliche Auskunft sollte der Anleger allerdings einen Steuerberater kontaktieren – hilfreich ist natürlich auch der ausführliche Verkaufsprospekt der Beteiligungsgesellschaft, denn hier werden die steuerlichen Voraussetzungen und Gegebenheiten sehr detailliert dargestellt.

Was sind die Hauptmerkmale von geschlossenen Containerfonds?

In Folge immer weiter zunehmender Globalisierung steigen das Welthandelsaufkommen und der damit zusammenhängende Grad der Arbeitsteilung ebenfalls weiter an. Dies bedingt eine Zunahme des Frachtverkehrs, der im internationalen Geschäft zu über 75% per Container abgewickelt wird, weil dies aufgrund der standardisierten Maße und Handling Verfahren sicherer, schneller und erheblich kostengünstiger möglich ist als bei jeder anderen Form der Frachtverbringung. Der Kapitalanleger kann sich in Form von geschlossenen Containerfonds am Containergeschäft unternehmerisch beteiligen und profitiert so von den Möglichkeiten eines Marktsegmentes mit sehr günstigen Zukunftsperspektiven. Die jeweiligen Containerbeteiligungen unterliegen einer sehr detaillierten Planrechnung, da die Vermietung der Container in der Regel bereits im Voraus fixiert wird und diese eher langfristig an die entsprechenden Abnehmer (z.B. Leasinggesellschaften) vermietet werden. Zudem sind die Container gegen mögliche Risiken – wie Beschädigung und Diebstahl – abgesichert. Der Bedarf an Containern nimmt ständig zu und die erst vor einigen Jahren auf dem Kapitalmarkt aufgekommenen geschlossenen Container-Beteiligungsmodelle haben sich deshalb mittlerweile etabliert. Die durchschnittliche Laufzeit von Containerfonds ist im mittelfristigen Bereich von etwa 5 bis 10 Jahren angesiedelt.

Vorteile und Chancen von geschlossenen Containerfonds

Containerfonds beziehen ihre Vorteile insbesondere aus der Tatsache, dass es sich bei der Vermietung bzw. der Nachfrage um einen stetig wachsenden Markt handelt. Insbesondere die weiter steigende Nachfrage aus den aufstrebenden Schwellenländern (wie u.a. beispielsweise China und Indien) sowie die große Sicherheit durch entsprechende Abdeckung der Risiken (wie Beschädigung oder Diebstahl) generieren eine attraktive und relativ sichere Rendite. Die Mietdauern sind eher langfristig und im Vorfeld fest vereinbart, sodass es kaum unerwartete Ausfälle geben dürfte. Dabei sind die generellen Laufzeiten der Fonds eher mittelfristig, also im Vergleich zum Beispiel zu Immobilien- oder Flugzeugfonds erhält der Anleger sein eingezahltes Kapital über die laufenden Auszahlungen und die Verkaufserlöse am Ende schneller zurück. Diese Gegebenheiten ermöglichen eine attraktive und recht sichere Ertragskalkulation. Die einzelnen Beteiligungsmodelle sind dabei meist so gestaltet, dass der Anleger während der Laufzeit regelmäßige Auszahlungen erhält und so regelmäßige Erträge verbuchen kann. Die erzielbaren Renditen liegen im Schnitt zwischen 6 und 8 Prozent p.a. (nach Steuern), was besser als die Rendite vieler anderer Geldanlagen und Fondsmodelle ist.

Grundlagen der Ertragskalkulation

Die Anteilseigner erzielen über die Laufzeit die Erträge in der Hauptsache aus den Mieteinnahmen und je nach Fondskonzept ggf. auch über Veräußerungserlöse. Die Mieteinnahmen sind durch die langfristigen Vereinbarungen mit den Mietern (z.B. Reedereien) als sehr sichere und exakte Kalkulation anzusehen. Die meisten Risiken werden durch entsprechende Versicherungen abgedeckt, so dass alles in allem eine relativ exakte Ertragskalkulation möglich ist. Erzielte Erträge können zudem steuerlich vorteilhaft dargestellt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, beispielsweise bei einem ausländischen Fonds, wenn mit Deutschland Doppelbesteuerungsabkommen bestehen. Das Umfeld einer Investition in Containerfonds sollte auf jeden Fall immer beachtet werden: In welchem Land wird investiert? Wie sind die politischen Verhältnisse dort? Ist die Lage eher instabil, können die besten Planrechnungen ganz schnell ad absurdum geführt werden.

Zukunftsaussichten für Containerfonds sind positiv

Der Markt für Frachtcontainer ist seit einiger Zeit in stetigem Wachstum begriffen. Insgesamt werden in Zukunft zwar niedrigere Zuwächse als zuletzt erwartet, trotzdem wird aber eine Steigerung erwartet. In den letzten ca. 20 Jahren ist der Markt für Frachtcontainer um mehr als das 3-fache gewachsen, das ISL (Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik) erwartet für die nächsten 10 Jahre ein weiteres Wachstum von etwa 6 % p.a. Container werden dabei nicht nur auf Schiffen auf Wasserwegen eingesetzt, sondern auch auf in der Luft, auf der Schiene und im Straßenverkehr – es werden also die gesamten infrastrukturellen Ressourcen erschlossen. Im Jahre 2010 erlebte der Welthandel einen rasanten Aufschwung, was in der Folge auch eine Erweiterung der Produktions- und Frachtkapazitäten notwendig machte. Der Trend zum Leasing hält dabei unvermindert an: Da die meisten Reeder nach wie vor zusehen müssen, dass die Schiffsflotte den gestiegenen Anforderungen Rechnung trägt, scheut man die Kosten für Containerkäufe und mietet diese lieber, um das zunächst einbehaltene Kapital in den Erwerb von Schiffen zu investieren.

Risiken von Containerfonds

Auch bei Containerfonds gelten zunächst einmal die Risiken aller geschlossenen Fonds. Diese sind neben der langfristigen Bindung des Anlagekapitals insbesondere das Verlustrisiko des eingesetzten Kapitals bei unerwartet ungünstiger wirtschaftlicher Entwicklung sowie bei Eintritt nicht versicherter Negativereignisse. Abhängig von der Gesellschaftsform der Beteiligungsgesellschaft, Risikoprofil und Herkunft des Fremdkapitals können weitere Verluste nicht ausgeschlossen werden (z.B. bei steigenden Kreditzinsen und hoher Fremdkapitalquote oder wenn aufgrund der Gesellschaftsform persönliches Kapital nachgeschossen werden muss).

Ein weiteres Risiko schwebt bereits während der Zeichnungsphase über dem Fonds: Werden nicht alle vorgesehenen Anteile verkauft, droht eine Rückabwicklung und die Kapitalanlage kommt nicht zustande. Die speziellen Risiken bei Containerfonds liegen im Besonderen in einer schwächelnden Konjunkturentwicklung und bei Störungen der Wirtschaftstätigkeit z.B. durch Kriege oder politische Unruhen. Entwickelt sich die weltweite Konjunktur rückläufig, so werden Frachtaufkommen und Frachtträgerauslastungen sinken, was zwangsläufig zu einem Nachfragerückgang für Container führt.

Die Mietpreise geraten dann unter Druck und die prognostizierte Ertragsentwicklung des Containerfonds kann nicht mehr eingehalten werden. Hinzu kommen mögliche Währungsrisiken bei ausländischen Fonds oder Fonds, die im Ausland in Landeswährung engagiert sind. Möglicherweise können auch durch eine Schadenhäufung Prämien für notwendige Versicherungen unerwartet in die Höhe schnellen, was die Kostenseite über Gebühr belasten und damit zu einer niedrigeren Rendite führen würde.

Vergleich von Containerfonds

Beim Vergleich der am Markt angebotenen Containerfonds sollten einige wichtige Punkte beachtet werden, damit die Investition sich als vorteilhaft erweisen kann. Ein möglichst geringes Gesamtrisiko ist dabei entscheidend für eine Entscheidung zu Gunsten eines bestimmten Fonds. Zunächst einmal sollte der Anleger sich die Rechtsform der Gesellschaft anschauen: Ist dies z.B. eine GbR, sollte jedem Anleger klar sein, dass hier ein sehr hohes Risiko eingegangen wird, denn eine Haftung mit privatem Vermögen ist inkludiert.

Risikovermeidung steht an erster Stelle

Das genaue Studium des ausführlichen Verkaufsprospektes sollte vor der Unterzeichnung einer Beitrittserklärung stehen, denn in ihm sind alle wichtigen Eigenschaften und Investitionsgrundlage des Fonds erklärt. Zusätzlich sollten möglichst unabhängige Referenzen über den Initiator eingeholt werden, damit der Anleger beurteilen kann, ob hier seriös und mit entsprechender Erfahrung gehandelt wird. Hat der Initiator beispielsweise in der Vergangenheit schon mehrere Containerfonds erfolgreich platziert, spricht dies auf jeden Fall für ihn.

Wichtige Kriterien zur Risikoeinschätzung eines bestimmten Containerfonds sind u.a. Laufzeit, Kostenquote, erwartete Rendite, Mindestzeichnungssumme und der Fremdkapitalanteil. Ist z.B. der Fremdkapitalanteil hoch, spricht dies für den Fonds, weil die Renditewirkung positiv ist und der Anleger so weiß, dass auch andere professionelle Investoren / Kreditgeber dem Fondskonzept vertrauen.
Genau anschauen sollte sich der Anleger, wofür die eingesammelten Gelder verwendet werden, ob das Ertragsmodell logisch und realistisch aufgebaut ist und dass etwaige Risiken (wie Währungsverluste oder Beschädigungen am Fondseigentum) ausreichend abgesichert sind. Eine möglichst langfristig fixierte Vermietung ist ebenfalls von Vorteil.

Das generelle Risiko einer unternehmerischen Beteiligung ist der Verlust des eingesetzten Kapitals. Einige Fondskonzepte können darüber hinaus die private Haftung des Anlegers über dieses Kapital hinaus vorschreiben – es sollte also ein genaues Bild über das maximale Verlustrisiko bestehen. Zu guter Letzt sollte darauf geachtet werden, ob die Container bereits existieren oder erst noch erworben werden müssen – bei Letzterem besteht das Risiko, dass sich der Erwerb aus unerwarteten Gründen verzögert und so zu Renditeeinbußen führt.

Wichtige weitere Kriterien für eine erfolgreiche Anlage in Containerfonds

Die Kapitalanlage in Containerfonds ist vergleichsweise risikoarm und birgt die Möglichkeit auf attraktive Renditen oberhalb der 6%-Marke nach Steuern. Wie bei allen Investitionen, sollte der Anleger darauf achten, dass ein möglichst breit gefasstes Gesamtportfolio eine große Risikostreuung ermöglicht – das bedeutet, dass keinesfalls nur in geschlossene Fonds oder nur in Aktien usw. investiert werden sollte. Im Gesamtportfolio eines Anlegers sollten geschlossene Fonds nur einen kleinen Teil des gesamten Anlagekapitals ausmachen – und auch nur so viel, dass der Anleger einen eventuellen Verlust des eingesetzten Kapitals ohne größere finanzielle Probleme überstehen könnte.

Zweifelsohne sind geschlossene Containerfonds sehr gut für die Diversifikation des Gesamtanlagerisikos geeignet, wenn die Grundsätze für eine möglichst breite Risikostreuung beachtet werden. Auch sollte darauf geachtet werden, wie sich die Investition auf die steuerliche Situation des Anlegers auswirkt. Wer zudem auf Partner mit möglichst guten Referenzen achtet (z.B. namhafte und bekannte Initiatoren und Vertragspartner) minimiert das Risiko zusätzlich. Zu einem kreditfinanzierten Engagement in geschlossene Containerfonds kann generell nicht geraten werden: Das Risiko ist hierbei hoch, dass neben einem möglichen Verlust des investierten Kapitals dann die Zinsen für das aufgenommene Kapital aus eigenem Vermögen bezahlt werden müssen.