Aktienfonds: Was ist das?

Aktienfonds sind wohl die bekannteste Fondsart unter den Investmentfonds. Ein Fonds, der zu mehr als der Hälfte das Geld seiner Anleger in Aktien investiert ist ein Aktienfonds. Erfahren Sie hier alles zur Auswahl von Aktienfonds.

Geld investieren in Aktienfonds

Aktienfonds können thematische, regionale oder branchenspezifische Schwerpunkte aufweisen. Beispielsweise gibt es die ETF-Indexfonds, die zum Ziel haben, die Wertentwicklung eines Börsenindizes, wie dem DAX nachzubilden.

Die sogenannten Branchenfonds legen ihr Geld nur in einen oder mehrere Wirtschaftssektoren an, wie dem der Biotechnologie, der Pharmaindustrie oder dem Bankensektor.

Große Auswahl an Aktienfonds

Die Bandbreite an Aktienfonds ist groß. Jeder Aktienfonds besitzt einen bestimmten Anlageschwerpunkt, der beispielsweise auf ein Land oder eine Region, eine Branche oder einen speziellen Sektor oder Anlagestil abgestellt ist. Aktienfonds, die sich auf so genannte Blue Chips spezialisiert haben, investieren in Standardwerte – in der Regel große, global agierende Konzerne mit einer hohen Börsenkapitalisierung. Blue Chips gehören zu den Werten, die im Vergleich zu anderen Aktieninvestments den geringsten Kursschwankungen unterworfen sind. Dies liegt vor allem daran, dass diese Unternehmen größere Kapitalreserven besitzen und über mehrere Geschäftsbereiche verfügen.

Allerdings büßen Blue Chips auch an Rendite ein – sie ist hier im Vergleich zu anderen Fonds eher gering. Ein größeres Anlagerisiko bergen Fonds, die in Small Caps und Mid Caps – kleine und mittelgroße Unternehmen – sowie in Unternehmen, die in Schwellenländern ansässig sind, investieren. Sie verfügen meist über eine deutlich schwächere Marktkapitalisierung und agieren meist nur auf einem bestimmten Geschäftsgebiet. Diese Fonds unterliegen größeren Schwankungen – was sich sowohl negativ als auch positiv auf die Rendite auswirken kann.

Wie auch bei vielen weiteren Fonds, lässt sich auch diese Art schrittweise über einen Fondssparplan erwerben.

Aktienfonds: breite Streuung oder spezifische Chancen

Die Übergänge zwischen den Anlagekonzepten sind fließend und ihre Ausprägung kann mehr oder minder idealtypisch sein. Generell gilt jedoch, dass Aktienfonds mit steigender Spezialisierung ein höheres Risiko haben. Allerdings liegt es auch in der Natur der Kapitalanlage, dass riskante Investments die höchsten Renditechancen haben.

Gutes Fondsmanagement?

Bei Aktienfonds übernimmt das Fondsmanagement die Titelauswahl nach festgelegten Regeln. Bei der Auswahl lassen sich zwei Vorgehensweisen unterscheiden.

  1. Der Bottom-Up-Ansatz (oder auch Stock-Picking) untersucht und bewertet einzelne Unternehmen ausführlich. Ein Beispiel hierfür ist der SEB Aktienfonds.
  2. Der Top-Down-Ansatz betrachtet ganze Märkte und stellt Prognosen über sie an. Erst wenn eine hoffnungsvolle Branche oder Region identifiziert wurde, erfolgt die Einzeltitelauswahl.

Weiterhin unterscheiden sich Aktienfonds in ihrer Anlagephilosophie. Beim Growth-Ansatz werden Unternehmen ausgewählt, deren betriebswirtschaftliche Kennzahlen schneller wachsen als bei anderen Unternehmen der Branche. Der Value-Ansatz stellt hingegen die günstige Bewertung und die Beständigkeit der Investition im Vordergrund. Ziel ist es unterbewertete Aktien zu entdecken, die gleichzeitig eine hohe Dividendenrendite versprechen. Beide Anlagestile lassen sich mischen, um das Beste aus beiden Strategien mitzunehmen.

Anlagehorizont: Fünf bis zehn Jahre

Aktienfonds eignen sich für Anleger, die ihre Investition mindestens fünf bis zehn Jahre ruhen lassen können. Kurzfristig sind ihre Kurse nämlich starken Schwankungen unterworfen. Aufgrund des höheren Risikos, das Aktienfonds deshalb innewohnt, sind auch die Renditechancen attraktiver als beispielsweise gegenüber Garantiefonds.

Das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts

Die weiter oben getroffene Aussage, dass eine steigende Anlagedauer das Risiko von Verlusten senkt, wird durch das sogenannte Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) untermauert bzw. entstammt diesem. Den Berechnungen des DAI zufolge haben Anleger, die deutsche Aktien nach 1949 erworben und mindestens 15 Jahre gehalten haben, keinen Verlust erlitten. Dies wird durch die Grafik verdeutlicht.

Aktienfonds mit Rendite
Das Rendite-Dreieck des DAI

So liest sich die Grafik

Nehmen wir als Beispiel die Zahl im untersten rechten Kästchen. Der Wert von 8,3 bedeutet, dass Sie 2013 eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,3% hätten, wenn Sie im Jahre 1983 DAX Aktien gekauft und diese bis 2013 gehalten hätten.

Kernaussage

Es ist leicht zu erkennen, dass ab einem Anlagezeitraum von mindestens 15 Jahren alle Kästchen eindeutig grün sind und damit eine positive Rendite aufweisen. Daraus folgt: Mit steigender Anlagedauer sinkt das Risiko und die Rendite steigt!

Die einzelnen jährlichen Renditen der Aktien unterschieden sich jedoch stark.

Aktienfonds Kosten

Zwar sind Aktienfonds weniger riskant als ein Direktinvestment in ein einzelnes Wertpapier, allerdings sind die Kosten, die bei dieser Geldanlage anfallen, höher. Bevor ein Fonds überhaupt rentabel ist, muss er den Ausgabeaufschlag erwirtschaftet haben, der bei vielen zwischen drei und sechs Prozent liegt. Weiterhin wird die Nettorendite durch laufende Verwaltungsgebühren (die TER – Total Expense Ratio) geschmälert. Bei Indexfonds sind diese geringer (etwa 0,5 Prozent), bei aktiv gemangten Fonds liegen sie bei etwa 1,5 bis 3 Prozent im Jahr. Allerdings lassen sich mit diesen Fonds, wenn das Management einen guten Job macht, auch bessere Renditen erzielen. Ein Garant für eine gute Wertentwicklung ist aber – wie so häufig in der Börsenwelt – auch das nicht.

Aktienfonds-Test

Auf der Website der Stiftung Warentest können Sie unter www.test.de/fonds Ihren Aktienfonds testen. Dort werden Ihnen die wichtigsten Fragen beantwortet: Wie hoch ist die erwartete Rendite des Investmentfonds? Wie stark schwankt der Kurs? etc. Dies ermöglicht zudem einen Vergleich der einzelnen Fonds.

Auswahl gemäß eigenem Risikoprofil

Die Entscheidung für Aktienfonds ist stets individuell zu treffen. Die Auswahl sollte je nach Risikoneigung getroffen werden. Während einige Aktienfonds nur ein verhältnismäßig geringes Verlustrisiko aufweisen, so unterliegen andere Fonds wiederum starken Wertschwankungen. Generell ist zu beobachten, dass Aktienfonds umso rentabler sind, desto länger sie gehalten werden. Denn über längere Anlagezeiträume können auch zwischenzeitliche Kursschwankungen wieder gut ausgeglichen werden. Risikobereitschaft müssen Anleger jedoch auf alle Fälle mitbringen, wenn sie in Aktienfonds investieren möchten. Eine schwache Konjunktur und Weltwirtschaftskrisen führen auch dazu, dass sonst solide und wertbeständige Fonds teilweise deutliche Wertverluste einbüßen müssen.