Geld investieren: Sicher und erfolgreich in 2016

Wer sein Geld investieren möchte, muss sich zwangsläufig mit verschiedenen Anlageformen auseinandersetzen. Doch ein Überblick über die zahlreichen Varianten der Kapitalanlage fällt gerade am Anfang schwer. Für den Laien stellt sich dabei zuerst die Frage, welche Risiken ihm beim Geld investieren entstehen und welche Renditemöglichkeiten die verschiedenen Anlageprodukte bieten.

Geld investieren und so das eigene Kapital vermehren – was sich einfach anhört, birgt doch einige Risiken. Denn sichere Geldanlageformen bieten in Zeiten niedriger Zinsen kaum mehr einen Inflationsschutz. Wer also eine wirkliche Rendite erwirtschaften möchte, der muss sein Geld anderswo investieren. Doch neben hochriskanten oder unseriösen Geldanlageprodukten gibt es auch Varianten der Kapitalanlage, die zwar keine Gewinne garantieren können, dafür aber als recht sicher gelten.

Die richtige Geldanlage zu finden, ist nicht so leicht und pauschal lässt sich diese Frage schon gar nicht beantworten. Hauptursache dafür sind die sehr individuellen Ausgangsbedingungen, die jeder Anleger mitbringt. Sie entscheiden mit darüber ob eine Geldanlage sinnvoll oder sinnlos, realisierbar oder unmöglich ist. Hinzu kommen noch persönliche Präferenzen bezüglich der Anlagestrategie.

Die richtige Strategie beim Geld investieren

Bevor man als Privatanleger aber das eigene Geld investiert, sollte man eine individuelle Geldanlagestrategie erarbeiten. Nicht nur die Frage, wie viel Geld man investieren möchte, ist dabei wichtig. Auch wie flexibel die Geldanlage sein soll, wie wichtig Sicherheiten sind und in welchem Maß man bereit ist, Risiken einzugehen, sollte vor der Auswahl der entsprechenden Kapitalanlageprodukte stehen. Eine solche Anlagestrategie kann beispielsweise mit einem unabhängigen Experten erarbeitet werden.

Welche Geldanlage eignet sich für wen?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten das eigene Geld zu investieren. Während die meisten Deutschen zwar noch immer ein Sparbuch besitzen, wissen doch viele Verbraucher inzwischen, dass dieses sich kaum eignet, das eigene Geld zu vermehren. Schließlich liegen die Zinsen hier weit unter dem Inflationsniveau. Aber auch Tages- und Festgeldkonten eigenen sich mehr dafür, dass Kapital kurz- oder mittelfristig zu parken. Echte Renditemöglichkeiten gibt es hier nicht. Wer denkt, die einzige Alternative zu diesen sicheren Konten ist die Investition in Aktien, täuscht sich jedoch. Gerade mit Fonds kann man das Geld gewinnbringend investieren. Allerdings verbergen sich hinter dem Begriff „Fonds“ sehr unterschiedliche Modelle Geld zu investieren. Einige davon sind mit einem erheblichen Risiko verbunden. Andere können eine ordentliche Rendite bei einem geringen Risiko bieten.

Geld investieren für jede Altersgruppe

Wer Geld investieren möchte, hat die Qual der Wahl. Dabei unterscheiden sich die Produkte nicht nur nach Risikobewusstsein oder Sicherheitsbedürfnis, sondern auch nach dem Alter der Anleger. Denn je nachdem welche weiteren Verpflichtungen oder Ersparnisse vorhanden sind, aber auch wie Schwankungen oder Verluste beim Geld investieren ausgeglichen werden können, unterscheiden sich die Anlagestrategien der Sparer. Wir von „Die Geldanlage-Fibel“ beschäftigen uns in diesem Abschnitt mit den drei typischen Lebenssituationen – Jobeinsteiger, Familiengründer und der Generation 50-Plus- und deren Anlagemöglichkeiten.

Darauf sollten Jobeinsteiger beim Geld investieren achten

Single, um die 30 Jahre alt und gut ausgebildet. Gerade junge Menschen stehen am Karriereanfang und häufig geht die Hälfte des Gehalts für die Lebenshaltungskosten drauf. Doch auch Jobeinsteiger können Geld investieren und sparen. Auch wenn Tagesgeldkonten derzeit geringe Zinsen abwerfen, sind sie eine gute Wahl. Das Geld wird angespart, ist jedoch jederzeit verfügbar. Berufseinsteiger sollten weiterhin schauen, ob nicht auch der Arbeitgeber beim Sparen mithilfe von vermögenswirksamen Leistungen hilft. Wer als junger Anleger längerfristig Geld investieren möchte, kann auch über die verschiedenen Investmentfonds nachdenken.

Darauf sollten Familiengründer beim Geld investieren achten

Meistens um die 40 Jahre alt, verheiratet und ein oder zwei Kinder. Familiengründer befinden sich meist auf dem Höhepunkt der beruflichen Karriere. Sie besitzen eine Immobilie, die sie abbezahlen müssen und unterstützen ihre Kinder finanziell. Sollte bis dato noch nichts für die private Altersvorsorge getan worden sein, wird es höchste Zeit. Hier kann mit den staatlich geförderten Vorsorgeprodukten, Rürup- und Riester Rente, vorgesorgt werden. Familiengründer steht beim Geld investieren alle Türen offen – von sicherheitsorientierten Anlageformen über chancenreiche Aktienfonds kann alles gewählt werden.

Darauf sollte die Generation 50-Plus beim Geld investieren achten

Die Generation 50-Plus befindet sich auf der Zielgeraden. Der Renteneintritt rückt näher und die Kinder sind aus dem Haus. Bei ihnen geht es nur noch um den Kapitalerhalt. Jetzt sollte kein Risiko mehr eingegangen werden. Staatsanleihen versprechen zwar nicht viel Rendite, sind aber sicher. Genauso wie Festgeld und Banksparpläne. Anlageprodukte, die hohe Kosten aufweisen, sind nicht mehr zu empfehlen, da die Laufzeit meist zu gering ist.

Die gängisten Formen der Geldanlage

Aktien sind Anteilsscheine von Gesellschaften. Mit ihrem Kauf erwerben Sie einen Teil des Unternehmens und werden so zum Miteigentümer, auch Aktionär genannt. Das Unternehmen wiederum beschafft so sein Eigenkapital.

 Als Aktionär werden Sie an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt. Diese Gewinnausschüttungen heißen Dividende. Ob die Gewinne ausgeschüttet oder wieder investiert werden, entscheiden die Aktionäre gemeinsam. Die Rendite einer Aktie bemisst sich aber auch nach den (erwarteten) Kurssteigerungen.

Andererseits kann es natürlich auch sein, dass die Kurse sinken, dann machen Sie Verluste. Im schlimmsten Fall, zum Beispiel bei einer Firmenpleite, ist sogar ein Totalverlust möglich.

Schlussendlich sei noch gesagt, dass kaum jemand einzelne Aktien kauft, sondern stets mehrere in einem sogenannten Aktienfonds. Dies streut das Risiko und senkt es somit für Sie.

Welche Risikoklassen gibt es beim Geld anlegen?

  • Geldmarktfonds, Festgeld, Tagesgeld, Termingeld

  • Rentenfonds Europa, offene Immobilienfonds, Anleihen hoher Bonität

  • Währungsanleihen hoher Bonität, Mischfonds, Aktien und Aktienfonds Europa

  • Aktien, Aktienfonds, Währungsanleihen mittlerer Bonität

  • Optionsscheine, Optionen, Futures, Rentenfonds Emerging Market

Das magische Dreieck der Geldanlage

Bei der Wahl einer passenden Geldanlage gilt grundsätzlich das sogenannte magische Dreieck der Vermögensanlage. Diese vereinfachte Darstellung zeigt den Zusammenhang zwischen den drei miteinander Konkurrierenden Zielen: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität.

Magsisches Dreieck der Geldanlage

Unter Rentabilität versteht man den Gewinn, den Sie mit einer Geldanlage erzielen können. Die Sicherheit wiederum gibt an, wie sicher der Erhalt Ihres angelegten Geldes ist. Und die Liquidität sagt aus, wie schnell Sie Zugriff auf das investierte Kapital hat, also es wiederbekommen bzw. wie hoch die Kosten dafür sind.

Das Dreieck spiegelt nun die Wechselbeziehungen zwischen den drei Zielen wieder. Dabei stellen die Ecken jeweils das Optimum für jedes Ziel dar. Es ist dementsprechend nicht möglich, alle Ziele gleichzeitig zu maximieren. Wenn Sie Ihr Geld anlegen wollen, müssen Sie sich daher Gedanken darüber machen, was Ihnen wichtiger ist.

So weisen Geldanlagen mit hoher Sicherheit und Liquidität eine geringe Rentabilität auf (z.B. Tagesgeld) und solche mit hoher Rentabilität und hoher Liquidität eine geringe Sicherheit (z.B. Aktien).

Tipps zum Geld investieren

Machen Sie sich einen Plan

Wer Geld investieren möchte, muss liquide sein. Wichtig ist es sich einen Plan zurechtzulegen. Um sich bewusst zu machen, welche Sparrate sinnvoll ist, sollten insbesondere die Lebenshaltungskosten betrachtet werden. Denn werden diese optimiert, lässt sich zusätzliches Kapital freistellen. Beantworten Sie daher zuerst Fragen wie:

Welche Fixkosten entstehen monatlich durch Miete, Strom, Versicherungen, Telefon und Ähnliches?

Entscheidend ist hier, wie sich diese Kosten minimieren lassen, zum Beispiel durch einen Anbieterwechsel. Durch das Senken der Lebenshaltungskosten erhöht sich die Summe, die Sie an Geld investieren können.

Vor dem Geld investieren – Überblick über den Kapitalmarkt schaffen

Als erstes sollten sich Anleger einen Überblick über die Angebote und Produkte am Kapitalmarkt schaffen. Nehmen Sie hier unbedingt Abstand von Anlageformen mit einem unüberschaubaren Risiko. Um eine Investitionsstrategie zu bewerten, können folgende Kriterien als Plan oder Checkliste neben das Produkt gelegt werden.

  • Qualität der Kapitalanlage
  • Finanzielle Stärke des Unternehmens bzw. des Fonds
  • Wachstum der letzten Jahre
  • Bewertung von Experten

Geld investieren – Kosten senken und Rendite erhöhen

Für Anleger sollte aufgrund der niedrigen Zinsen das Gebot der Stunden Kostensenkung lauten. So können im Jahr mehrere Hundert Euro gespart werden, wenn unnötige Bankgebühren oder Käufe vermieden werden. Auch die Auswahl der richtigen Fonds spielt bei der Kostensenkung eine wichtige Rolle.

Zu einer Bank mit kostenlosen Wertpapierdepots wechseln

Mehrere Hundert Euro pro Jahr zahlen Kunden von Filialbanken für die Verwahrung der Aktien, Anleihen oder Investmentfonds. Wenn Verbraucher jedoch zu einer Bank mit kostenlosen Wertpapierdepots wechseln, fallen diese Kosten schlagartig weg.

Und so geht’s: Einfach den Antrag bei der neuen Bank ausfüllen und das alte Konto kündigen. Die neue Bank kümmert sich dann über den Übertrag der Wertpapiere oder Investmentfonds.

Wer seine Bank nicht wechseln möchte, sollte jedoch nicht blind auf deren Empfehlungen hören. Denn oftmals versteckt sich dahinter ein simples Motiv: Umsatzprovisionen. Denn beim Verkauf von gemanagten Investmentfonds verdienen Banken sehr gutes Geld. Für den Einstieg in einen Aktienfonds verlangen sie bis zu 5 Prozent der Anlagesumme als Ausgabeaufschlag.

Am ehesten sollten Verbraucher ihr Geld in börsengehandelte Indexfonds investieren. Diese sogenannten ETF’s (Exchange Traded Funds) überzeugen durch niedrige Managementkosten und Kaufgebühren. Je nach Anlage meistens zwischen 0,2 und 0,5 Prozent pro Jahr.

U.a. bei diesen Banken zahlen Kunden keine Gebühren für ihr Depot (Stand April 2014):

  • 1822 dirket
  • Comdirekt
  • Cortal Consors
  • DKB
  • ING-Diba
  • Santander Bank
  • Onvista Bank
  • Wüstenrot Bank/ Top Depot direct

Sparen mit Aktienfonds – Stichwort Indexfonds

Bei globalen Indexfonds (ETF) haben Kunden anstatt einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent meist nur maximale Kaufkosten von einem Prozent. Die laufenden Fondskosten liegen meist bei 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Sie sind deutlich geringer als zum Beispiel bei aktiv gemanagten Fonds. Ebenso entfallen teure Umschichtungen.

Folgende Indexfonds empfiehlt Finanztest den Kunden:

  • Coms­tage MSCI World TRN,
  • db x-trackers MSCI World,
  • iShares MSCI World,
  • Lyxor MSCI World und
  • UBS MSCI World.

5 Regeln beim Geld investieren

Wer sein Geld gewinnbringend und renditestark investieren möchte, sollte sich an 5 Regeln halten, die Warren Buffett aufgestellt hat. Warren Buffett ist ein US-amerikanischer Großinvestor und Unternehmer.

  • Entscheidend beim Geld investieren, sind die „nackten Fakten“. Bei Fonds oder Zertifikaten können sich Anleger über die Webseite der Bank informieren. Dort findet sich häufig viel Material. Wichtig hierbei ist, sich anzusehen welche Strategie der Fonds verfolgt, wie das Zertifikat funktioniert und ob die Anlagestrategie zu den eigenen Bedürfnissen passt. Im Bereich der Aktien lohnt es sich auf die Homepage des Unternehmens in den Bereich „Investor Relations“ zu blicken. Dort gibt es Informationen über die Pläne und Chancen des Unternehmens. Damit verbunden sind natürlich auch die Chancen der Aktie. Auch Börsenzeitschriften sind eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

  • Also schwimmen Sie beim Geld investieren nicht mit der Masse. Warren Buffett hält daran fest, eine Aktie insbesondere dann zu kaufen, wenn sich die breite Masse nicht dafür interessiert. Er glaubt nämlich, dass man an der Börse keinen Erfolg haben kann, wenn etwas beliebt ist.

  • Warren Buffett ist der Meinung, dass Anleger einen langen Atem haben sollten. Wer nicht bereit ist eine Aktie 10 Jahre lang zu halten, sollte diese nicht mal 10 Minuten behalten. Hintergrund: Sein Geld zu investieren macht nur dann Sinn, wenn man langfristig von seiner Anlagestrategie überzeugt ist.

  • Eine Überzeugung von Warren lautet: „Konzentrieren Sie Ihre Investments, denn wenn Sie über einen Harem mit 40 Frauen verfügen, lernen Sie auch keine richtig kennen.“  Wer jedoch nur auf ein oder zwei Titel setzt, lebt gefährlich. Denn wer sich bei ein oder zwei Investments irrt, muss mit den Konsequenzen leben. Warren präferiert beim Geld investieren den Arche-Noah-Ansatz: Ein Depot sollte niemals einen bunt gemischten Zoo ähnlich sein, sondern aus Investments bestehen, die sich ergänzen, zueinanderpassen und das Verlustrisiko so gut es eben geht minimieren.

  • Wie bereits in den Regel 1 bis 4 zwischen den Zeilen ablesbar, verfolgt Warren Buffett den Ansatz des„Verstehenmüssens“. Also kaufen Sie nur, was Sie wirklich auch kennen und verstanden haben. Das heißt bei Aktien nicht anderes als – Was produziert die Firma? Wie verdient sie ihr Geld? Welche Chancen oder Risiken birgt die Zukunft? Bei Fonds und Zertifikaten kommt es darauf an, ob man detailliert weiß auf was man sich als Anleger einlässt oder blind ins Blaue schießt. Nur wenn keine Fragen offen bleiben, kann man als Anleger das ausgewählte Investment abschließen. Denn erst dann ist man sich bewusst, wo Chancen und Risiken liegen.

Finger weg vom grauen Kapitalmarkt!

Vielleicht haben Sie schon vom sogenannten grauen Kapitalmarkt gehört. Wer sein Geld hier anlegen will, muss allerdings mit bösen Überraschungen rechnen. Denn dabei handelt es sich nicht um einen reglementierten Markt, das heißt, die hier angebotenen Geschäfte unterliegen nicht der staatlichen Aufsicht.

Dies führt natürlich dazu, dass eine Vielzahl unseriöser Anbieter tätig ist. Um die risikobehafteten Geldanlagen an den Mann zu bringen, werden sie mit höheren Renditen angeboten. Trotzdem ist es ratsam hier nicht zu investieren, da Totalausfälle an der Tagesordnung sind.