Edelmetalle als Geldanlage – wertbeständig und inflationsresistent

Edelmetalle wie Gold, Platin, Palladium oder Silber stehen bei Anlegern nicht erst seit Aufkeimen der Finanzkrise in Europa hoch im Kurs. So gelten Edelmetalle als inflationsresistente, wertbeständige und leicht verständliche Anlageform – insbesondere für die Absicherung von Vermögensbeständen.

Tipps zur Investition in Edelmetalle

Die Investition kann dabei physisch in Form von Barren oder Münzen erfolgen oder über Wertpapiere, z. B. mit Fonds oder Zertifikaten.

Jede Form hat ihre eigenen Vor- und Nachteile – der Anleger sollte sich daher gut überlegen, welche Erwerbsform (physischer Kauf oder Wertpapierbeteiligung) sich für seine individuelle Situation am besten eignet.

Verschiedene Edelmetallanlagen möglich

Edelmetalle können physisch erworben werden, sodass das Geld beispielsweise in Barren oder Münzen investiert wird. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Edelmetallanlage in Papierform zu tätigen – wie etwa durch Zertifikate oder börsengehandelte Anteile an ETFs (Exchange-traded funds).

Anleger können außerdem unmittelbar in die Aktien von Minengesellschaften investieren, welche die Chancen auf hohe Renditen durch positive Kursentwicklungen und die Auszahlung von Dividenden beherbergen. Zu beachten ist allerdings, dass es sich hierbei auch um risikobehaftete Anlagen handelt – und Verluste beispielsweise durch Produktionsausfälle, Managementfehler, Kapitalerhöhungen oder politische Einflüsse erfolgen können.

Die Beteiligung über Wertpapiere

Auf dem Kapitalmarkt existieren viele Varianten einer Edelmetallanlage über Wertpapiere. So besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich über Fonds (es gibt sowohl offene wie auch geschlossene Fonds) an Edelmetallen zu beteiligen, aber auch über Aktien, Zertifikate oder derivative Wertpapiere. Dabei sind auch die Underlyings zu unterscheiden – so investieren einige Anteilsscheine in z. B. Goldminenunternehmen oder Vertriebsgesellschaften, anderen beziehen sich hingegen direkt auf die Wertentwicklung von z. B. Gold oder Silber an den Kapitalmärkten.

Risiko- aber auch chancenreich: Derivate

Spekulative Anleger haben darüber hinaus auch die Möglichkeit, über Derivate in Edelmetalle zu investieren. Hier entwickelt sich das Derivat auf Basis des zugrunde liegenden Metallpreises bzw. des Aktienkurses einer Minengesellschaft. Ebenso wie Zertifikate sind allerdings auch Derivate von der Solvenz des jeweiligen Emittenten abhängig.

Der physische Handel mit Edelmetallen

Wer Edelmetalle physisch erwerben möchte, kann dies über einen Edelmetallhändler in Deutschland tun. Der Edelmetallhandel ist bei vielen verschiedenen Anbietern möglich, allerdings haben sich einige davon auf bestimmte Handelsformen spezialisiert – so bieten einige Händler vornehmlich Anlagemünzen aus Gold, Platin und Silber an, während andere auch Barren anbieten. Die Konditionen der einzelnen Händler unterscheiden sich ebenfalls – teilweise sogar deutlich. Üblicherweise werden bestellte Edelmetalle per Vorkasse bezahlt und werden dann in speziellen Wertsendungen an den Besteller versendet. Natürlich kann auch persönlich und direkt bei einem Edelmetallhändler (übrigens auch bei einigen Banken) am Schalter ein Geschäft getätigt werden. Aufgrund der anfallenden Gebühren und der Unterschiede beim An- und Verkaufskurs (sowie im Weiteren die Lagerungskosten, siehe unten) eignet sich der physische Handel mit Edelmetallen nicht für die Spekulation – hierfür sind eher die Edelmetallbeteiligungen über Wertpapiere geeignet.

Lagerung von Edelmetallen

Wer über den physischen Edelmetallhandel einen „Schatz“ erworben hat, steht vor dem Problem der richtigen Lagerung. Eine häufige Variante ist die Lagerung im Bankschließfach. Je nach benötigter Größe und Anbieter variieren hier die Kosten für die Verwahrung zwischen 60 und 500 Euro im Jahr. Diese Kosten und das Risiko einer Bankschließung im Krisenfall (was zwar nicht die Enteignung des Bankschließfaches zu Folge hat, aber eine Unzugänglichkeit mit sich bringt) halten jedoch viele Edelmetallkäufer von einer solchen Lösung ab.

Natürlich ist eine kostenlose Lagerung zuhause generell möglich, doch birgt auch diese einige Risiken: So wird kein Versteck oder Tresor für einen entsprechend gerissenen Einbrecher ein wirkliches Hindernis sein. Nicht jeder kann zudem sein Heim in einen „Hochsicherheitstrakt“ verwandeln. Bei der Lagerung zuhause entstehen ferner Risiken durch Beschädigungen z. B. durch Feuer oder Wasser. Im Rahmen der Hausratversicherung sind Edelmetalle meist nur bis zu einem bestimmten Wert mitversichert.

Lagerung beim Händler bzw. im Ausland

Große Händler bieten oft neben dem Edelmetallhandel selbst auch eine adäquate Lagerung (meist in einem eigenen Lager) an. Hierzu wird mit dem Händler ein Vertrag geschlossen – die Kosten belaufen sich bei einem Beispielwert von z. B. 25.000 Euro auf etwa 20 bis 40 Euro je Monat. Auch eine zollfreie Lagerung im Ausland (z. B. in der Schweiz) wird oft angeboten. Das Problem hierbei ist die schlechte Erreichbarkeit für den Besitzer.

Edelmetalle: Sichere Anlage mit Inflationsschutz

Ist die Inflation höher als der Zinsertrag, der sich mit Sparanlagen erzielen lässt, lohnt sich die Anlage in Edelmetalle besonders, um einer negativen Realverzinsung zu entgehen. Doch auch in wirtschaftlich ruhigen Zeiten sind Edelmetallanlagen gefragt – als sichere Beimischung im Anlageportfolio sowie auch als Baustein zur Altersvorsorge. Der Preis für Edelmetalle ist global gültig, sodass auch in anderen Währungsräumen von der Sachanlage profitiert werden kann.

Zukunftsaussichten von Edelmetallen

Rohstoffexperten glauben, dass sich der Preis von wertvollen Edelmetallen wie Gold oder Silber in den kommenden Jahren massiv erhöhen wird. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass sich mit der Investition in Edelmetalle mittel- bis langfristig attraktive Renditen erzielen lassen. Als Beimischung zum individuellen Anlageportfolio sind Edelmetallanlagen auf alle Fälle interessant.