Unternehmensanleihen: Fremdfinanzierung für Firmen

Unternehmensanleihen werden, wie der Name schon sagt, von Unternehmen ausgegeben. Diese Form der Refinanzierung nutzen vor allem große Konzerne, aber auch Mittelstandsunternehmen greifen hin und wieder darauf zurück.

Unternehmensanleihen kaufen

Staats- vs. Unternehmensanleihen

Auch für Unternehmensanleihen gilt: je besser die Bonität des Herausgebers, umso sicherer ist die Geldanlage und umso niedriger die Rendite.

Letztere ist zwar höher als die von Staatsanleihen, aber auch riskanter.

Seit der Pleite Griechenlands und der damit verbundenen Krise haben Staatsanleihen einiges ihres damaligen Images eingebüßt. Die Unternehmensanleihe so mancher Firma ist seither wesentlich sicherer als einige Staatsanleihen. Da der Trend nun schon etwas länger anhält, hat dies zu steigenden Kursen und sinkenden Renditen geführt.

Risiken von Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen entwickeln sich oft abhängig von der Konjunktur und ihre Kurse schwanken über die Laufzeit. Das ist allerdings unproblematisch, wenn Sie die Anleihen bis zum Schluss halten. Verkaufen Sie sie aber vorher, sind sowohl Gewinne als auch Verluste möglich.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Unternehmensanleihe können die Beurteilungen der großen Ratingagenturen helfen. Alles was hier unter dem Rating von BBB- bzw. Baa3 liegt, gilt als sehr riskant. Von den als Hochzinsanleihen betitelten Wertpapieren sollten Sie also die Finger lassen.

Liquidität schwankt stark

Bei der Liquidität von Unternehmensanleihen gibt es große Unterschiede. Auf der einen Seite können sie alle täglich an der Börse ge- und verkauft werden. Auf der anderen Seite werden aber nicht alle tatsächlich auch aktiv gehandelt. Dies erschwert Ihnen dann womöglich den Verkauf. Wenn Sie es flexibler mögen, müssen Sie Unternehmensanleihen wählen, die täglich mit einem hohen Volumen gehandelt werden.

Ein guter Hinweis ist auch der sogenannte Spread. Dieser gibt die Differenz zwischen An- und Verkaufswert wieder und ist bei schlecht handelbaren Anleihen besonders hoch. Mit steigendem Spread steigen zudem die Transaktionskosten. Als Faustregel gilt: je geringer der Spread, umso höher die Liquidität der Unternehmensanleihe.

TIPP! – Auch bei Unternehmensanleihen ist die Geldanlage über Fonds weitaus sicherer als eine Investition in einzelne Wertpapiere. So fallen auch Insolvenzen nicht so stark ins Gewicht.

Vorsicht Mittelstand!

Wie bereits erwähnt, geben auch größerer Mittelstandunternehmen Anleihen aus. Lassen Sie sich hier auf keinen Fall von bekannten Namen blenden. Auch diese Firmen können pleite oder sanierungsbedürftig sein, wie zum Beispiel Air Berlin. Zudem sind diese Märkte weniger stark reglementiert als die von großen Konzernen. Hier fehlt es oft an Transparenz, was die Anlage risikoreicher macht.