Anleihen: Wie funktionieren sie?

Bei Anleihen handelt es sich um nichts anderes als Schuldscheine von Staaten oder Unternehmen. Das bedeutet, dass Sie mit dem Kauf einer Anleihe dem Herausgeber (Emittent) dieses Wertpapiers Geld leihen.

Anleihen Rendite berechnen

Die Emittenten nutzen diese also als Finanzierungsquelle. Für das geliehene Geld erhalten Sie im Gegenzug Zinsen und natürlich Ihr Geld am Ende der Laufzeit. Die Höhe der Zinsen steht dabei in der Regel schon zu Beginn fest.

Anleihen sind zusammengefasst also festverzinsliche Wertpapiere mit begrenzter Laufzeit. Sie sind außerdem noch unter den Bezeichnungen Bonds, Renten, Obligationen oder Schuldverschreibungen bekannt.

TIPP! – Wenn die Rendite an Bedingungen geknüpft ist, müssen Sie vorsichtig sein. Solche Anleihen nennt man dann Zertifikate.

Je nach Emittent, wird zwischen Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen unterschieden.

Risiko von Anleihen durch Bonität beeinflusst

Wollen Sie Anleihen kaufen, sollten Sie sich vorher die damit verbundenen Risiken bewusst machen. So ist Ihr Kapital nicht vor einer Insolvenz des Herausgebers geschützt. Das heißt, anders als bei Fonds zählt Ihr Geld hier nicht zum Sondervermögen und fließt somit in die Konkursmasse mit ein.

Das Risiko einer Anleihe hängt damit entscheidend vom Emittenten bzw. dessen Bonität ab. Je wahrscheinlicher es ist, dass das Unternehmen oder der Staat während der Laufzeit Pleite geht, desto riskanter die Anleihe. Anleihen von der Schweiz oder Deutschland gelten beispielsweise als sehr sicher.

Informationen zur Kreditwürdigkeit von Firmen und Staaten bekommen Sie von Ratingagenturen. Doch Obacht, auch diese liegen nicht immer 100% korrekt.

Niedrige Rendite, niedriges Risiko

Bei unterschiedlichen Risiken und gleichen Zinsen würden sich gut informierte Anleger stets für die sicherere Variante entscheiden. Doch so leicht ist es bei Weitem nicht. Denn Emittenten mit einer schlechteren Kreditwürdigkeit gleichen das höhere Risiko mit höheren Zinsen aus, da sie nur so das Geld der Anleger bekommen.

Dem entsprechend gilt: Die Rendite ist umso höher, je größer das damit verbundene Risiko.

Eingeschränkte Liquidität bei Anleihen

Bevor Sie jetzt allerdings Anleihen zur Geldanlage nutzen, müssen Sie sich klar machen, dass eine Anleihe eher als eine langfristige Anlage zu sehen ist. Denn der Verkauf vor dem Ende der Laufzeit ist in nicht wenigen Fällen mit einem Verlust verbunden. Zudem ist es im Allgemeinen schwierig sie wieder zu verkaufen, da der Großteil der Anleihen nur am Anfang aktiv gehandelt wird.

Kurs- und Nennwert von Anleihen

Anleihen haben auch einen Kurs und unterliegen somit auch Kursschwankungen. Inwiefern das für Sie als Käufer relevant ist, soll ein kleines Beispiel verdeutlichen:

Nehmen wir an, Sie wollen eine Anleihe mit einem Kurswert von 90% kaufen, deren Nennwert bei 500€ liegt. Das bedeutet, dass Sie für die Anleihe nur 450 statt 500€ (+ Gebühren etc.) zahlen müssen. Am Ende der Laufzeit erfolgt dann die Rückzahlung zum Nennwert.